Die Sicherheit von Kineret® (Anakinra) wurde
auf der Grundlage randomisierter, plazebo-kontrollierter
klinischer Studien evaluiert, in die 2.606 Patienten
mit rheumatoider Arthritis einbezogen worden waren 1.
Zusätzlich zu den Sicherheitsdaten, die aus der
europäischen Monotherapiestudie, der Kombinationsstudie
mit Methotrexat (MTX) und der MTX Confirmatory Studie
stammen, ist eine dreijährige Verträglichkeitsstudie
durchgeführt worden, um das Sicherheitsprofil von
Kineret® (Anakinra) an einer Population von RA-Patienten
zu ermitteln. Zurzeit sind die 24-Wochendaten ausgewertet
2. Insgesamt wurden
2.606 Patienten im Rahmen von kontrollierten klinischen
Studien mit Kineret® (Anakinra) behandelt.
Mehr
als 2.600 Patienten sind in großen kontrollierten
klinischen Studien mit Kineret® (Anakinra) behandelt
worden.
Das Design der Verträglichkeitsstudie war an das
Patientenkollektiv, das sich in der typischen klinischen
Praxis vorstellt, adaptiert. Es wurden Patienten rekrutiert,
die parallel mit verschiedenen Medikamenten gegen die
RA behandelt wurden. Dazu gehörten Patienten mit
einer Mehrfachkombination von Disease Modifying Antirheumatic
Drugs (DMARDs) wie auch Patienten, die keine DMARDs
erhielten. Zu den Begleittherapeutika mit DMARDs zählten
MTX, Sulfasalazin, Hydroxychloroquin, Gold, D-Penicillamin,
Leflunomid and Azathioprin. Die Therapie mit Etanercept
oder Infliximab stellte jedoch ein spezielles Ausschlusskriterium
dar. Zu der Studienpopulation gehörten Patienten,
die aufgrund vorbestehender Erkrankungen wie Pneumonie,
Asthma, eingestelltem Diabetes und chronisch obstruktiver
Lungenerkrankung für Infektionen prädisponiert
waren. Es wurden weiterhin auch Patienten mit Begleiterkrankungen,
wie Bluthochdruck, KHK und dekompensierter Herzinsuffizienz
in die Studie einbezogen 2.
Der primäre Endpunkt der Studie war die Sicherheit
nach 24 Wochen, die anhand der eingetretenen Todesfälle,
schwerwiegender und schwerer Infektionen und Abbrüchen
wegen unerwünschten Ereignissen evaluiert wurde.
Das Langzeitsicherheitsprofil stellte den sekundären
Studienendpunkt dar.
Kineret®
(Anakinra) ist in einer Verträglichkeitsstudie
untersucht worden, in die 1.399 Patienten mit aktuellen
Begleiterkrankungen und einer komplexen Begleittherapie
incl. DMARDs involviert wurden.
Unerwünschte Ereignisse
Von den 2.606 Patienten, die in den Studien zur RA Kineret®
(Anakinra) erhielten, sind 1.812 Patienten mindestens
6 Monate und 570 Patienten mindestens 1 Jahr behandelt
worden. Von diesen Patienten erhielten 1.379 die empfohlene
Dosis von 100mg/Tag oder eine höhere Dosis für
mindestens 6 Monate und 237 Patienten für mindestens
1 Jahr 1. Unerwünschte
Ereignisse unter Kineret® (Anakinra) in der empfohlenen
Dosierung von 100 mg/Tag aus der Verträglichkeits-
und MTX Confirmatory Studie (von mindestens 5% der Patienten
berichtet) sind in der Tabelle 1 aufgelistet.
Tab. 1. Unerwünschte Ereignisse
mit einer Häufigkeit von = 5% (kombinierte Ergebnisse
aus der Verträglichkeitsstudie und der MTX Confirmatory
Studie)

Reaktionen an der Einstichstelle (ISR)
Die häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die
der Behandlung mit Kineret® (Anakinra) zugeschrieben
wurden, waren Reaktionen an der Einstichstelle (ISR).
Bei den Patienten, die in den randomisierten, plazebo-kontrollierten
Studien ISR entwickelten, wurde die Mehrheit der Reaktionen
(95,3%, n=1.399) als leicht bis mäßig beschrieben
und als Erythem, Ecchymose, Entzündung und/oder
Schmerzen charakterisiert 1,3.
In der Verträglichkeits- und der MTX Confirmatory
Studie entwickelten 71% der Patienten, die mit Kineret®
(Anakinra) 100 mg/Tag behandelt wurden, eine ISR, die
in der Regel innerhalb der ersten 4 Wochen der Therapie
auftrat (Tab.1) 1-4.
Die Reaktion war im Allgemeinen von kurzer Dauer mit
einer medianen Dauer von 14 bis 28 Tagen. Nach dem ersten
Behandlungsmonat war die Entwicklung von Reaktionen
an der Einstichstelle bei Patienten, die zuvor keine
Reaktionen gezeigt hatten, selten 1,3.
Infektionen
In der MTX Confirmatory Studie und in der Verträglichkeitsstudie
betrug die Häufigkeit an Infektionen unter Kineret®
(Anakinra) summarisch 40% und war der unter Plazebo
mit 35% vergleichbar. Zu den am häufigsten berichteten
Infektionen gehören Infektionen des oberen Respirationstraktes,
Sinusitis und grippeähnliche Symptome (Tab. 1)
1,3.Die Inzidenz
schwerwiegender Infektionen war generell relativ niedrig.
Bei Patienten, die mit Kineret® (Anakinra, 1,8%)
behandelt wurden, war sie jedoch im Vergleich zu Plazebo
(0,7%) leicht erhöht. Diese Infektionen waren überwiegend
eher bakterieller Natur: Unterhautgewebeentzündung,
Pneumonie, Knochen- und Gelenkentzündung als dass
sie opportunistische, virale oder Pilzinfektionen darstellten.
Die meisten der Patienten, die die Therapie wegen Infektionen
abgesetzt hatten, nahmen die Therapie mit der Studienmedikation
wieder auf, nachdem die Infektion abgeklungen war. In
keiner der beiden Studien ereigneten sich Todesfälle
im Zusammenhang mit schwerwiegenden Infektionen 1,3.
Das Risiko für schwerwiegende Infektionen war in
den klinischen Studien für Patienten mit einer
Asthmaanamnese höher als für Patienten ohne
diese Vorerkrankung. Die Sicherheit und Wirksamkeit
von Kineret® (Anakinra) bei Patienten mit chronischen
Infektionserkrankungen ist nicht untersucht.
In den klinischen Studien wurden insgesamt 635 Patienten
> 65 Jahre, davon 131 Patienten >
75 Jahre, untersucht. Ein Unterschied zwischen älteren
und jüngeren Patienten wurde weder hinsichtlich
der Sicherheit noch für die Wirksamkeit festgestellt.
Da jedoch das Risiko für Infektionen bei der älteren
Bevölkerung generell höher ist, sollten ältere
Patienten mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen
behandelt werden.
Die Anwendung von Kineret® (Anakinra) bei Patienten
mit rezidivierenden Infektionen oder mit Erkrankungen,
die für Infektionen prädisponieren, sollte
unter den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen erfolgen.
Die
Infektionsrate war für Kineret® (Anakinra)
und Plazebo vergleichbar. Ein gehäuftes Auftreten
septischer oder ungewöhnlicher opportunistischer
Erkrankungen wurde nicht beobachtet.
Neutropenie
Bei RA-Patienten findet man häufig erhöhte
Zellzahlen im weißen Blutbild, die auf den entzündlichen
Charakter der Erkrankung zurückzuführen sind.
Unter der Therapie mit Kineret® (Anakinra) würde
man aufgrund seiner antiinflammatorischen Eigenschaften
eine Abnahme der Neutrophilenzahl erwarten. Die Behandlung
mit Kineret® (Anakinra) war mit einer nicht-progressiven
Reduktion der Zellzahlen des weißen Blutbilds
und der absoluten Zellzahlen für Neutrophile (ANC)
assoziiert. Bei 2,4% der Kineret®- (Anakinra) Patienten
vs. 0,4% der Plazebo-Patienten führte die Behandlung
zu einer Neutropenie (ANC <1.5 x 109/l).
Bei keinem dieser Patienten wurde eine schwerwiegende
Infektion im Zusammenhang mit der Neutropenie beobachtet
1,3. Es wird empfohlen,
die Neutrophilenzahl vor und während der ersten
sechs Monate der Therapie mit Kineret®- (Anakinra)
monatlich, danach vierteljährlich zu kontrollieren.
Die Kineret®- (Anakinra) Therapie sollte bei Patienten
mit einer Neutropenie (ANC <1.5 x 109/l)
nicht eingeleitet werden. Bei Patienten, die eine Neutropenie
(ANC <1.5 x 109/l)
entwickeln, sollten die Zellzahlen engmaschig kontrolliert
und Kineret® (Anakinra) abgesetzt werden 3.
Schwerwiegende
Infektionen, die unter Kineret®(Anakinra) auftraten,
waren nicht mit einer Neutropenie assoziiert.
Immunsuppression
Es ist nicht bekannt, ob eine Dauertherapie mit Kineret®
(Anakinra) zu einem gehäuften Auftreten maligner
Erkrankungen führt. Die Kineret® (Anakinra)
Behandlung von Patienten mit vorbestehenden malignen
Erkrankungen wird nicht empfohlen 3.
Impfungen
Daten zu Auswirkungen von Impfungen bei Patienten, die
mit Kineret® (Anakinra) behandelt werden, stehen
nicht zur Verfügung. Lebendimpfstoffe sollten nicht
gleichzeitig mit Kineret® (Anakinra) angewendet
werden.
Kombinationstherapie mit Kineret® (Anakinra)
und Enbrel® (Etanercept).
Die Sicherheit von Kineret® (Anakinra) in Kombination
mit dem humanen TNF Rezeptor p 75 Fc Fusionsprotein
Enbrel® (Etanercept) ist in zwei klinischen Studien
untersucht worden. 58 Patienten mit aktiver RA, die
zweimal pro Woche mit 25 mg Enbrel® (Etanercept)
behandelt wurden, erhielten in einer offenen, einarmigen
Studie über 24 Wochen zusätzlich Kineret®
(Anakinra) in einer Dosierung von 1mg/kg/Tag. Von sieben
Patienten (12,1%) wurden schwerwiegende unerwünschte
Ereignisse berichtet, die alle wieder abklangen. Dazu
zählten vier schwerwiegende Infektionen mit zwei
Fällen von Pneumonie und zwei Fällen von Unterhautgewebeentzündung.
Weiterhin wurde berichtet von einem Fall eines durch
einen Stromschlag verursachten Unfalles, einem Fall
mit Entzugssymptomen nach kombinierter Opiat- und Barbituratanwendung
und einer hämorrhagischen Blutung bei einem Ulcus
ventriculi. Fälle von Tuberkulose, opportunistischen
Infektionen oder Todesfälle wurden während
der Studie nicht beobachtet.
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Kombinationstherapie
wurde in einer weiteren Studie untersucht, die kontrolliert
über 24 Wochen lief und 242 Patienten mit aktiver
RA unter einer MTX-Basistherapie, die noch nicht mit
Biologicals behandelt worden waren, einschloss. Die
Patienten wurden randomisiert auf einen der drei Behandlungsarme
eingestellt: Enbrel® (Etanercept) 25 mg einmal wöchentlich,
Enbrel® (Etanercept) 25 mg wöchentlich + Kineret®
(Anakinra) 100 mg /Tag oder Enbrel® (Etanercept)
25 mg zweimal pro Woche + Kineret® (Anakinra) 100
mg /Tag. In den Patientengruppen, die mit den Kombinationen
behandelt wurden, wurde eine höhere Inzidenz an
schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen, incl.
schwerwiegenden Infektionen beobachtet als in dem Kollektiv,
das mit Enbrel® (Etanercept) alleine behandelt wurde
(Tab. 2). Zu den schwerwiegenden Infektionen zählten
Unterhautgewebeentzündung (3 Fälle), Pneumonie
(3 Fälle), Pneumonitis (1 Fall), Herpes zoster
(1 Fall) und Pyelonephritis (1 Fall). Bei den Patienten,
die mit Enbrel® (Etanercept) als Monotherapie behandelt
wurden, wurden keine schwerwiegenden Infektionen berichtet
7,8.
Tabelle 2: Zusammenfassung der unerwünschten
Ereignisse, die unter der Kombinationstherapie von Kineret®
(Anakinra) mit Enbrel® (Etanercept) beobachtet wurden8:

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Toxikologische und toxikokinetische Interaktionsstudien
an Ratten zeigten weder für MTX noch für Kineret®
(Anakinra) Veränderung bei der Clearance oder im
toxikologischen Profil, wenn beide Medikamente gemeinsam
verabreicht wurden 1,3.
Formelle Interaktionsstudien, in denen die Medikamente
nebeneinander getestet werden, sind nicht durchgeführt
worden 1,3. In klinischen
Studien sind jedoch keine Interaktionen zwischen Kineret®
(Anakinra) und anderen Medikamenten (incl. NSAR, Corticosteroiden
und DMARDs) beobachtet worden 3.
|
|

|
| Kineret® Fachinformation |
» Dokument ansehen

|

|
| Die Kineret® Datenbank umfasst
mehr 2.600 Patienten aus plazebo-kontrollierten Studien |
» Dokument
ansehen

|

|
| Hier finden Sie mehr über
das Sicherheitsprofil von Kineret® in einer großen
Patientenpopulation. |
» Dokument
ansehen

 |
Referenzen
|
(Klicken Sie auf den Titel, um sich die komplette Referenz
anzeigen zu lassen)
|
|